Orgeltechnik

Orgelbau ist ein altes traditionelles Kunsthandwerk, das über Generationen gepflegt und weitergereicht wird. Jede unserer Orgel ist ein Unikat, ausgeführt in sorgfältigster Handarbeit unter Verwendung von ausgesuchten erstklassigen und natürlichen Materialien. Der individuelle Werkaufbau bedarf einer inneren Logik und guter Zugänglichkeit der Bauteile und Pfeifen. Die dekorative äussere Gestaltung des Instrumentes ist eine ästhetische Ergänzung zu seiner klanglichen Schönheit.

Der Bau der Spieltrakturen
Die technischen Errungenschaften der letzten Jahrzehnte haben auch die Orgeltechnik beeinflusst. Die Erfahrung zeigt, dass die altbewährte mechanische Spieltraktur, wenn sie in bester Handwerksarbeit hergestellt ist, eine präzise und fühlbare Verbindung von der Taste zum Ventil der Pfeife herstellt. Eine möglichst direkte und gut gebaute mechanische Traktur ist in der Lage, die Nuancen des Anschlages des Musikers hörbar zu machen.

Zur Herstellung der mechanischen Trakturen verwenden wir für die Abstrakten (Verbindung der Tasten mit den Ventilen an den Windladen) ausschliesslich feinjähriges Bergfichtenholz. Die präzise angefertigten Holzwinkel in Weissbuche werden in Kaschmir-Filzen gelagert, liegende Trakturen werden aufgehängt. Die Wellenbretter basieren auf einer stabilen Holzkonstruktion, die Wellen werden aus schwarz passivierten Eisenrohren oder aus Massivholz hergestellt. Neben der klassischen “hängenden” Traktur wenden wir auch zweiarmige Tasten mit entsprechender Verarbeitung sn.

Der Bau der Registertrakturen
Wie bei den Spieltrakturen verwenden wir für die Registertrakturen unserer Neubauten erstklassige Materialien. Dabei wird die Bauweise dem jeweiligen Stil angepasst. Von ausreichend dimensionierten eichenen Wellenbäumen bis zu solidem Vierkantstahl verwenden wir nur beste Materialien.

Die Elektrik ist aus dem Orgelbau nicht mehr wegzudenken: für grössere Orgeln sind moderne Spielhilfen wie Setzerkombinationen mit elektronischen Speichern sehr hilfreich. Sie erleichtern den Organisten die selbständige Registrierung mit fast unbegrenzten Möglichkeiten, sind kostengünstiger geworden und haben dadurch die freien Kombinationen fast abgelöst.

Die Windversorgung
Die Windversorgung ist freiatmend und wird mittels gross dimensionierter Windkanäle und Bälge aus Massivholzplatten gebaut. Der Orgelventilator wird in einen massiven Kasten gesetzt, der mit einer Windschikane und schalldämmendem Material ausgestattet ist. Ob allenfalls Keilbälge gebaut werden, entscheidet das entsprechende Projekt. Späth Orgelbau verfügt über reiche Erfahrung auch mit Keilbalganlagen.

Das Pfeifenwerk
Die Prospektpfeifen werden aus 85% Zinn-Bleilegierung hergestellt und von Hand poliert.

Die Innenpfeifen werden aus den in der Disposition und im Mensurenplan festgelegten Zinnbleilegierungen ohne weitere Beimischungen angefertigt. Die von Hand gerundeten und gelöteten Pfeifen erhalten saubere Stimmvorrichtungen. Die kleineren Pfeifen werden auf Tonlänge geschnitten, gedeckte Pfeifen werden zur besseren Stimmhaltung zugelötet und folge dessen über die sog. Bärte gestimmt. Auch hier passen wir die Bauweise dem jeweiligen Stil der Orgel an. Konsequenterweise verwenden wir für “auf Ton” geschnittene Pfeifen gegen oben hin ausgedünntes Material.

Die Holzpfeifen wie auch das Gehäuse werden in jedem Fall aus erstklassigen einheimischen oder europäischen Holzarten hergestellt. Die Füsse und Vorschläge sind in jedem Fall aus Hartholz.

Die Zungenpfeifen stammen aus der international renommierten und ausgewiesenen Spezialwerkstatt Killinger.

Die Intonation
Sämtliche Pfeifen werden durch unseren fachlich ausgewiesenen Intonateur bereits in der Werkstatt klanglich vorbereitet. Jede einzelne Pfeife wird vorintoniert, dabei wird auf präzise und grundtönige Ansprache geachtet. So erhalten die Register ihre charakteristische Klangfarbe. Bei der Intonation in der Kirche werden der Klang und das Volumen jeder einzelnen Pfeife abgehört und der Akustik des Raumes angepasst.

Die Intonation unserer Instrumente überzeugt durch ihre Farbigkeit und Mischfähigkeit der ideal aufeinander abgestimmten Register. Im Plenum klingt die Orgel abgerundet und zeichnet sich durch Präsenz und Harmonie aus.

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